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  • Technische Orthopädie und Silikontechnik in Zürich

Knie - Knöchel - Fuss - Orthesen

In der internationalen Nomenklatur werden Orthesen nach ihrem Wirkbereich klassifiziert. In diesem Terminologiesystem werden Orthesen nach den Gelenken bzw. Körperbereichen beschrieben die sie einschliessen. Hier werden Orthesen für die folgenden Gelenke bzw. Körperbereiche vorgestellt:

Knee- (= das Knie einschliessend) Ankle- (= den Knöchel einschliessend) Foot- (= den Fuss einschliessend) Orthosis (= Orthese)

Ganzbeinorthese aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK)

Orthesen für die untere Extremität werden benötigt um Funktionsausfälle auszugleichen. Unterschiedliche pathologische Bewegungsmuster entwickeln sich zum Beispiel durch Verletzungen oder Schlaganfälle und verursachen schmerzhafte Fehlhaltungen, erhöhte Verschleisserscheinungen und Gangunsicherheiten mit Sturzgefährdung.

Zum Ausgleich der Funktionsausfälle muss der Aufbau der Orthese genau an das pathologische Gangbild des Patienten angepasst sein. Die Orthese muss so aufgebaut sein, dass sie die erforderliche Wirkung erzielt. In der physiologischen Stellung befinden sich die Gelenkwinkel in der biomechanisch korrekten Position.

Physiologische Stellung

Genau diese Stellung gilt es während der Abformtechnik (=Gipsabdruck) zu halten, denn sie bestimmt die Qualität des Gipsmodells. Diese Qualität ist massgeblich, da das Gipsnegativ den elementaren Grundstein für die Passform und Funktionalität der Orthese darstellt.

Um falsche Gelenkstellungen von Knöchel (im Sinne der Dorsal- und Plantarflexion sowie der Pro- und Supination) und Knie (im Sinne der Flexion und Extension bzw. Varus- und Valgusstellung) sofort erkennen und korrigieren zu können wurde von der Firma FIOR & GENTZ Gesellschaft für Entwicklung und Vertrieb von orthopädietechnischen Systemen mbH, ein digitales Winkelkontrollsystem, das sogenannte e-Cast, entwickelt.

Digitales Winkelkontrollsystem

Das e-Cast besteht aus einem Bediengerät und drei Sensoren, die kabellos miteinander interagieren. Die Sensoren werden zunächst an Fuss, Unter- und Oberschenkel des Patienten fixiert. Anschliessend werden die Gelenkwinkelpositionen korrekt definiert und im e-Cast gespeichert. Zur flexiblen Überwachung sind sie immer wieder abrufbar.

Diese neue Präzision in der Gipsabdrucktechnik verbessert die Versorgungsqualität.

Präzision beim Gipsabdruck
Gipsabdrucknahme

 

Laserlot-Projektion

Bei der Patientenanamnese im Rahmen der Mass- Abformtechnik werden patientenbezogene Daten, Körpermasse, Muskelstatus, Gangtyp usw. zur Planung einer individuellen Orthese ermittelt. Die Vielzahl und die Genauigkeit der erhobenen Daten wirken sich nachhaltig auf die Qualität der Orthese aus.

Eine optimale Wirkungsweise wird durch die Kombination von Orthesenpassform und Systemgelenkfunktion, unter Berücksichtigung der Biomechanik, erreicht.

In diesem konkreten Einzelfall wurde die Erforderlichkeit der Ausstattung der Orthese mit einem automatisch sperrenden Kniegelenksystem festgestellt. Dieses NEURO TRONIC genannte Kniegelenksystem (siehe Video rechts) ist in der mittleren Standphase gesperrt und in der Schwungphase frei. Als automatisches Gelenk zur Bewegungsführung wird das Gelenk elektromechanisch ge- und entsperrt.

 

Unser Vergleichs-Video (siehe rechts) zeigt das pathologische Gangbild eines Patienten mit Knie-Instabilität. Die Unsicherheit, die mit der fehlenden Stabilität im Knie einhergeht und die Unterstützung durch die Orthese ist deutlich zu erkennen.

Die Gebrauchsvorteile für den Patienten:

•  Natürliches Gangbild durch freie Beweglichkeit des Kniegelenkes in der Schwungphase.

•  Bei Fersenauftritt in jedem Beugewinkel ein gesichertes Gelenk (Standphasensicherung). Dadurch keine Sturzgefahr! Aufgrund dessen fühlt sich der Patient sicher und mental befreit von Sturzängsten.

•  Weniger Energieverbrauch beim Laufen durch freie Beweglichkeit des Kniegelenkes in der Schwungphase im Gegensatz zu einem permanent gesperrten Kniegelenksystem. Der Körperschwerpunkt muss nicht angehoben werden. Es ist kein Gang in Zirkumduktion erforderlich.

•  Durch den harmonischen Bewegungsablauf (freies Durchschwingen des Beines) nehmen vorhandene Schmerzen in der Wirbelsäule ab.

•  Durch die freie Schwungphase und das damit verbundene natürliche Gangbild wird die Bewegungsfunktion des Knies genutzt. Im Vergleich zu permanent gesperrten Gelenksystemen findet eine intermittierende Bewegung statt, die vorhandenen Fehlstellungen, dehnend entgegenwirkt.

•  Nur zertifizierte Orthopädie-Techniker sind berechtigt die NEURO TRONIC Systemkniegelenke zu verarbeiten. Durch die Zertifizierung ist eine hohe Versorgungsqualität gewährleistet. Jede Versorgung muss in der Beratungsphase mit der Firma FIOR & GENTZ abgesprochen werden.

Die Gebrauchsvorteile führen dazu, dass die Mobilitätserfordernisse des Alltages bzw. Lebensumfeldes bedarfsgerecht besser als mit einem gesperrten Kniegelenk abgedeckt werden. Insbesondere macht sich ein Zugewinn an Mobilität und Selbständigkeit bemerkbar.

Die Ganzbeinorthese wird aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) im Injektionsverfahren hergestellt. Carbonfaserverstärkter Kunststoff (CFK) ist ein Verbundwerkstoff, bei dem Kohlenstofffasern in eine Kunststoff-Matrix, in diesem Fall Epoxidharz, eingebettet sind. Der Matrix-Werkstoff dient zur Verbindung der Fasern sowie zum Füllen der Zwischenräume.

Drei Gelenke sind verbaut: ein Knöchelgelenk und zwei Kniegelenke. Im Knöchelgelenk ist eine justierbare Feder-Mechanik integriert, die den Vorfusshebel der Orthese steuert. Dies wirkt sich direkt auf das Kniegelenk aus. Das Kniegelenk an der Beininnenseite ist ein Mitläufergelenk und dient der Stabilität der Orthese. Das Kniegelenk an der Beinaussenseite ist elektronisch gesteuert, durch eine Rastenklinke sperrt es im richtigen Moment die Beugung der Orthese.

Die Einbauposition der Gelenke muss sehr genau an die anatomischen Gelenkachsen angepasst sein.

Funktion des NeuroTronic Gelenksystems
Vergleich mit/ohne Orthese

Bilder der Versorgung

KAFO_Detail_Fuss_anterior_prot.JPG
Knöchelgelenk von vorne
KAFO_Detail_Fuss_lateral_prot.JPG
Knöchelgelenk von aussen
KAFO_Detail_Fuss_medial_prot.JPG
Knöchelgelenk von innen
KAFO_Detail_Knie_anterior.JPG
Kniegelenk von vorne. Gut zu erkennen ist der Sensorkasten am Unterschenkel.
KAFO_Detail_Knie_lateral_prot.JPG
Das elektronische Kniegelenk
KAFO_Detail_OS_posterior_prot.JPG
Kniegelenk von hinten
KAFO_Detail_US_lateral_prot.JPG
Unterschenkel von aussen
KAFO_Detail_US_prot.JPG
Am oberen Bildrand ist der Sensorkasten zu erkennen
KAFO_Detail_US_posterior_prot.JPG
Unterschenkel von hinten
KAFO_Detail_OS_prot.JPG
Oberschenkel von vorne
KAFO_frontal_mit_Lot_prot.JPG
Bein komplett von vorne
KAFO_lateral_prot.JPG
Bein komplett seitlich