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  • Technische Orthopädie und Silikontechnik in Zürich

Fussprothesen aus Silikon

Die Fussprothesen präsentieren sich funktionell und ästhetisch. Im Vordergrund stehen dabei eine gleichmässige Druckverteilung und ein verbessertes Gangbild. Eine optimale Fixierung am Amputationsstumpf verhindert Hautirritationen. Der kosmetische Aspekt vervollständigt auch hier die Versorgung.

Amputationen im Mittelfussbereich werden konventionell mit orthopädischen Mass-Schuhen versorgt. Diese verändern jedoch das Gangbild und ermöglichen nur geringe Schrittlängen. Hinzu kommen Einschränkungen bei der Nutzung offenen Schuhwerks bzw. im Barfussgang.

Vielerorts herrscht immer noch die Meinung vor, dass Prothesen aus Silikon nur ein kosmetischer Ausgleich ohne Funktion seien. Mit Hilfe von HTV-Silikonen (Hochtemperaturvernetzende Silikone) gelingt es jedoch, die in der Geh-Bewegung auftretenden Kräfte in ein weitgehend natürliches Gangbild umzusetzen. Hinzu kommt, dass mit einer Silikon-Fussprothese Konfektionsschuhe getragen werden können und die Benutzer ihren Alltag ohne grössere Einschränkungen unkompliziert meistern können.

  • Silikon-Fussprothesen sind für die Versorgung unterschiedlicher Fuss-Amputationen einsetzbar.
  • Aufgrund der Dehnbarkeit des Materials können Silikon-Fussprothesen ohne Reißverschluss einfach An- und Ausgezogen werden.
  • Durch den grossen Haftreibungskoeffizienten zwischen Haut und Silikon und durch den Unterdruck zwischen dem Silikonschaft und dem Amputationsstumpf wird eine feste Fixierung am Stumpf erreicht.
  • HTV-Silikon gewährleistet im Vorfussbereich eine so hohe Biegesteifigkeit, dass der für das Laufen und Stehen wichtige Vorfusshebelarm durch Lastübertragung an den Fussstumpf wiederhergestellt wird.
  • Im Vergleich zum orthopädischen Mass-Schuh sind eine physiologischere Belastung des Körpers, eine erhöhte Muskelaktivität und eine bessere Beweglichkeit des oberen Sprunggelenkes gegeben.
  • Die Wasserfestigkeit ermöglicht dem Patienten eine unkomplizierte Körperhygiene (z.B. Duschen). Durch die Temperaturbeständigkeit des Silikons bis 200 °C ist ein einfaches Sterilisieren der Prothese möglich und beugt somit einer Keim- und Bakterienbildung vor.
  • Die Silikon-Fussprothese ermöglicht eine Vergrösserung der täglichen Gehstrecke
    und führt somit zu einer Steigerung des persönlichen Aktivitätsniveaus.
  • Silikon ist ein alterungsbeständiger Kunststoff. Somit weist die Silikon-Fussprothese eine deutlich längere Nutzungsdauer auf als ein orthopädischer Mass-Schuh.

Qualitativer Nutzen

Für den Patienten:
Hohe Akzeptanz des Hilfsmittels durch symmetrisches Körperbild, Wiederteilnahme am alltäglichen Leben, hoher Tragekomfort, sicherer Gang bei Tag und Nacht und sowohl beim Duschen als auch im Schwimmbad, Tragen von konfektionierten Schuhen möglich, Barfusslaufen ist wieder möglich, weich auslaufender Prothesenrand vermeidet Druckstellen.

Für den Arzt/das Krankenhaus:
Versorgung nach dem Stand der Technik, medizinisch geprüftes Silikon, schnellere Rehabilitation, weniger Komplikationen, zufriedenere Patienten.

Für den Kostenträger:
Kostenersparnis bei Gegenüberstellung der Kosten für die Versorgung mit Mass-Schuhen, lange Nutzungsdauer, keine jährliche Nachversorgung, höhere Akzeptanz des Hilfsmittels, dadurch auch bessere und schnellere Erreichung des Rehabilitationsziels und ggf. keine bzw. geringere Folgekosten.

Unser Film zur Rückfussprothese

Das Anlegen einer Fussprothese aus Silikon wird durch Ultraschall-Gel erleichtert.
Vorfussprothese aus Silikon
360° Ansicht, mit Mauszeiger drehen

Vorfussprothesen

Versorgungsbeispiel

Der Patient erlitt die sehr kurze Bona - Jaeger Amputation. Er ist sehr aktiv und will auch in der Wohnung kurze Strecken barfuss gehen. Ausserdem möchte er bei geringerer Belastung im Aussenbereich in der Freizeit auf die knöchelübergreifende Carbon - Prothese für hohe Belastungen verzichten. Dabei freut er sich über die optische Wiederherstellung der Silikon - Prothese (z. B. in offenen Schuhen).

Bei sehr kurzen Amputationen ist das Tragen von nicht knöchelübergreifenden Fussprothesen eine Herausforderung, da der Vorfusshebel fast komplett fehlt. Dadurch ist der "Komfort" beim Laufen geringer und es besteht die Gefahr, sich bei zu hoher oder langer Belastung am Stumpf zu verletzen. Es ist empfehlenswert die Silikon - Prothese im Wechsel zur Prothese für hohe Belastungen (wie z. B. die Arbeit) zu tragen, da man so die noch vorhandenen Strukturen im Stumpf (Muskeln, Sehnen usw.) und die Sprunggelenke trainiert.

Bei diesem Patienten fertigten wir die Prothese für die Anwendung im Schuh, weshalb sie eine Sprengung aufweist. Dies ist auf den Fotos ohne Schuh durch die Abhebung der Zehen vom Boden zu erkennen. Barfuss Laufen ist mit der Prothese trotzdem möglich, es ist allerdings kein so natürliches Abrollen. Man kann die Prothese auch nur für die Anwendung barfuss fertigen (also flach), dann ist sie aber in Schuhen nur sehr schwer bis gar nicht verwendbar.

Die Vorfussprothese getragen in einer Sandale

Klinischer Status der Amputation

Die Vorfussprothese ohne Schuh

Rückfussprothesen

Versorgungsbeispiel 1

Amputation Rueckfuss
Traumatische Rückfuss-Amputation
Rueckfuss Prothese
Rückfussprothese aus Silikon mit Fersenersatz aus hochweichem Silikongel

Die Patientin verlor Ihre Ferse bei einem Unfall. Wir fertigten die Rückfussprothese aus mittelfestem Silikon. Im Bereich der Ferse wird ein Kern aus hochweichem Silikon - Gel eingebracht, um während dem Laufen beim Fersenauftritt eine Dämpfung zu erzeugen.

Versorgungsbeispiel 2

Fersen Prothese
Rückfussprothese aus Silikon bei dunkelhäutigem Patienten
Fersenprothese aus Silikon
Rückfussprothese aus Silikon bei dunkelhäutigem Patienten, andere Ansicht
Prothese für Ferse
Die linke Ferse des Patienten konnte erhalten werden, rechts trägt er die Prothese
Rueckfussprothese_dunkel_Ultraschallgel.JPG
Auftragen des Ultraschall-Gels als Anziehhilfe